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INFORMATION
Dramazone ist eine freie Theater- und Performancegruppe, deren Mitglieder ihre Biografien als Ausgangspunkt der künstlerischen Projekte nutzen und den sozialen, intimen Kontakt, sowie einen Austausch von Erinnerungen mit dem Publikum suchen. Der Produktionssitz der Gruppe ist im thüringischen Bad Frankenhausen. |
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NEUIGKEITEN
- Erfolgreiche Thüringen-Premiere von Identitätsspiele. Nun auf weitere Aufführungen hoffen, die Welt braucht mehr perfekte Identitäten.
- Im Herbst wird Angstbörse wieder aufgenommen und in Erlangen und Bad Frankenhausen gezeigt.
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Wir fangen an.
Die theatrale Gemeinschaft Dramazone ist eine freie Theater- und Performancegruppe mit Produktionssitz im thüringischen Bad Frankenhausen. Zum Kern der kollektiv arbeitenden Gruppe zählen Sarah Al Doyaili, Annika Böttcher, Sascha Förster, Malte van Haastrecht, Franziska Ruhl, Carolin Schneider und Anika Uthleb. Gegründet wurde Dramazone im Jahr 2005 von Sarah Al Doyaili und Sascha Förster, als Gäste sind der Gruppe Mirjam Grahmann, Rosalin Hertrich, Christoph Macha, Arne Schirmel und Dorothea Schmans verbunden. Die künstlerischen Projekte der Gruppe untersuchen theatrale Situationen im Spielfeld von Erinnerung, Identität und Gemeinschaft. Bisher hat die Gruppe neun Projekte erarbeitet, weiterhin bietet sie Vorträge und Workshops an.
Wir sind unsere Biografien.
Ausgangspunkt einer jeden Dramazone-Performance sind die Biografien der PerformerInnen; ohne die spezifischen Identitäten der Mitglieder wäre ein Dramazone-Projekt gar nicht denkbar. Es wird da von Sehnsüchten und Wünschen erzählt, von Ängsten und Sorgen berichtet oder es werden Geheimnisse und Neurosen gebeichtet. Dabei spielen die PerformerInnen keine dramatischen Rollen, sondern präsentieren sich als Spiel-Selbst, zeigen Facetten der eigenen Identität, strapazieren einiges über, verschweigen anderes, verlagern die Betonung und zeigen sich so, wie sie sein wollen oder wie sie niemals sein möchten.
Wir wollen ein Thema.
Die Biografien der Mitglieder sind immer wieder gegeben, das ist dann doch nichts Neues mehr. Daher sucht Dramazone unentwegt nach Themen, in die diese Biografien hineinprojiziert werden können und die es ermöglichen, in der eigenen Identität zu kramen. Was ist unsere Heimat? Wovor ängstigen wir uns im anstehenden Berufsalltag? Wo finden wir das Paradies? Wie läuft bei uns Persönlichkeitsbildung ab? Diese und ähnliche thematische Fragen stellen sich die PerformerInnen und befragen danach ihr Selbst.
Wir erinnern uns.
Diese biografische Befragung und Selbst-Erkundung ist ein Suchen in den Lebenslinien der eigenen Geschichte. Jeder Probenprozess ist also immer wieder auch ein Erinnerungsprozess. Nicht selten kommen Objekte auf die Bühne, die aus dem Fundus der PerformerInnen stammen und nicht gebastelte Requisite sind. Ähnlich einem Setzkasten oder einer Kunstkammer sind diese Objekte betrachtbar, ermöglichen den Blick in sonst verschlossene Intimsphären eines Fremden. Dazu berichten die Mitglieder von Dramazone von den Geschichten hinter diesen Objekten. Erinnerungen werden so weit gefasst, dass sie beispielhaft sein können für die speziellen Erinnerungen der ZuschauerInnen. Auch das Publikum soll sich erinnern und somit zusammen ein Aufführungs-Gedächtnis produziert werden. Oder haben Sie vergessen, wie wir eine gemeinsame Heimat aufgebaut haben? Oder wie Sie Sascha mit Schaumstoffbällen beworfen haben? Oder wie wir diesen Angstfänger gebastelt haben? Oder wie Sie mit fremden Menschen Ihre Liebeserlebnisse ausgetauscht haben?
Wir interessieren uns für Sie.
Wenn Sie sich in Ruhe hinsetzen wollen, um sich dann zurückgelehnt einem Kunstgenuss ergeben zu wollen, dann sind Sie bei Dramazone an der falschen Adresse. Die ZuschauerInnen sind Teil der Performances und ihnen wird daher auch eine eigene Stimme gegeben. Entweder hat das Publikum die Qual der Wahl, jemanden zum Stadt-Maskottchen zu wählen oder bewegt sich durch ein fiktives Freilichtmuseum. Gerne wird das Publikum auch zum Essen oder Trinken eingeladen, um dadurch das besondere Gemeinschaftserlebnis der Performances zu betonen: Kuchen, Weißwein, Sekt, Schnäpse, wieder Kuchen, Süßigkeiten, Cola, Tee, 5-Minuten-Terrine, wieder Kuchen, Kaffee und Rotwein.
Wir glauben, dass wir ein wenig naiv sind.
Das thüringische Bad Frankenhausen als gewählter Produktionssitz ist für Dramazone der naive Glaube, auch im ländlichen Kontext zeitgenössisches Theater machen zu können. Warum sollen theatrale Experimente immer nur in den großen Städten stattfinden? Daher produzieren die Mitglieder von Dramazone in dieser Kleinstadt, zeigen hier die Performances (und auf Gastspielen auch in anderen Städten). Auch die Aufführungen sind durch eine gewisse Naivität geprägt – ganz im Sinne eines naiven Optimismus: Dramazone hofft, Begegnungen von Fremden mit Fremden zu ermöglichen und dass diese als besondere Erlebnisse erinnert werden. Und dass man endlich angstfrei leben kann – mit einer perfekten Identität, in einer gemeinsamen Heimat, mit einem starken Idol und einem kollektiven Gedächtnis spezieller und intimer Erinnerungen.
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